Albin Egger-Lienz

Die Egger-Lienz-Galerie in Schloss Bruck beherbergt die größte Werksammlung des österreichischen Malers neben dem Leopold Museum Wien, dem Land Tirol und dem Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck.

Die Präsentation manifestiert das Gesamtwerk vom Historismus bis zum Expressionismus. Die Hauptwerke beleuchten das Schicksal des bäuerlichen Menschen zwischen Leben und Tod. Die Antikriegsbilder sind Dokumente einer unheroischen Dramatik. Porträt und Landschaft sowie Einblicke in das graphische Werk runden den Blick auf seine beeindruckende und tief empfundene Kunst ab.

Die auf menschliches Dasein konzentrierten Motive tragen die Weite seiner Gedankenwelt. Orientierung und Anregung gaben ihm neben Millet, van Gogh, Hodler, Meunier und vor allem Rodin auch Kollwitz, Gallén-Kallela und Munch. Formal herausfordernd wirkten die Bildwerke der französischen Impressionisten. Seine Gegenposition gegenüber den österreichischen Malern Schiele, Kokoschka und Faistauer wird in seinem Werk deutlich. Als Interpret der Schrecken des Krieges und der Vereinsamung des Menschen blieb Albin Egger-Lienz stets ein Mahner der Menschlichkeit.                                 

Durch die Einbindung weniger bekannten Werken und Grafiken aus der Studiensammlung ist ein erweiterter Blick auf das Gesamtwerk möglich.

Die Egger-Lienz-Sammlung in Schloss Bruck spiegelt auch die Geschichte des Sammelns wider: Die in der NS-Zeit erworbenen Werke wurden hinsichtlich der Herkunft aus beschlagnahmtem jüdischem Besitz erforscht. Bereits 1950/54 wurden sieben Werke, in den letzten Jahren drei Werke restituiert.

 

Selbstportrait, 1926. © Vaverka
Selbstportrait, 1926. © Vaverka
Selbstportrait, 1926. © Vaverka